Warna (Varna), die wunderschöne Hafenstadt an der bulgarischen Schwarzmeerküste, wird oft als „Perle des Schwarzen Meeres“ bezeichnet. Hier erwarten dich nicht nur goldene Sandstrände und das tiefblaue Meer, sondern auch jahrhundertealte Ruinen und malerische Fischerdörfer. Für alle, die gerne mit dem Auto reisen, ist eine Fahrt entlang der Schwarzmeerküste ein visuelles und emotionales Erlebnis.
Ich stelle Ihnen vier der schönsten Roadtrip-Routen rund um Varna vor. Egal, ob Sie auf der Suche nach einer atemberaubenden Naturkulisse, historischen Denkmälern oder ruhigen Stränden sind, hier finden Sie das perfekte Abenteuer!
Route 1: Warna → Albena → Baltschik → Kap Kaliakra
Gesamtstrecke: ca. 75 km | Fahrzeit: ca. 1,5 Stunden (ohne Stopps)
Geeignet für: Liebhaber von Küstenstraßen, entspannte Autofahrer, Kultur- und Geschichtsinteressierte
Erster Halt: Albena
Warna → Albena (ca. 30 km, 40 Minuten)
Albena ist eines der bekanntesten Urlaubsziele in Bulgarien. Mit seinen sauberen, goldenen Stränden und hochwertigen Resorts bietet es eine ruhigere Alternative zum Goldstrand (Golden Sands).
Empfohlene Aktivitäten:
- Spaziergang am Albena-Strand und Genießen der frischen Meeresbrise.
- Bootstour oder Jetski-Fahrt, um die Schönheit des Schwarzen Meeres zu erkunden.
- Kosten eines traditionellen bulgarischen Fischgerichts wie gegrillte Makrele oder Fischsuppe.
Zweiter Halt: Baltschik
Albena → Baltschik (ca. 15 km, 20 Minuten)
Baltschik ist eine charmante Küstenstadt, die für ihre weißen Kalksteinklippen und ihre historische Architektur bekannt ist. Die Hauptattraktionen hier sind der Palast von Baltschik und der Botanische Garten, der einst die Sommerresidenz der rumänischen Königin Marie war.
Empfohlene Aktivitäten:
- Besuch des Palastes und Bewunderung der einzigartigen Balkanstil-Architektur.
- Spaziergang durch den Botanischen Garten mit exotischen Pflanzen aus aller Welt.
- Abendessen in einem Klippenrestaurant mit frischem Fisch und atemberaubendem Meerblick.
Dritter Halt: Kap Kaliakra
Baltschik → Kap Kaliakra (ca. 30 km, 40 Minuten)
Das Kap Kaliakra ist eine der spektakulärsten Natursehenswürdigkeiten an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Die roten Felsenklippen ragen weit ins Meer hinein und sind von zahlreichen Legenden umgeben.
Empfohlene Aktivitäten:
- Bewundern der atemberaubenden Meereslandschaft – mit etwas Glück kannst du sogar Delfine sehen!
- Erkunden der alten Festungsruinen und Eintauchen in die Geschichte der Region.
- Genießen eines traditionellen bulgarischen Barbecues in einem der Klippenrestaurants.

Route 2: Warna → Goldstrand → Aladscha-Kloster → Naturreservat Kamtschija
Gesamtstrecke: ca. 60 km | Fahrzeit: ca. 1,5 Stunden (ohne Stopps)
Geeignet für: Naturliebhaber, Feinschmecker und Geschichtsinteressierte, die auf der Suche nach einer Kombination aus Erholung, Abenteuer und kulturellen Entdeckungen sind. Diese Route führt dich von den berühmten Stränden des Goldstrands über ein mystisches Felsenkloster bis hin zu den unberührten Naturlandschaften des Kamtschija-Reservats.
Erster Halt: Goldstrand (Golden Sands)
Warna → Goldstrand (ca. 18 km, 30 Minuten)
Goldstrand ist eines der bekanntesten Urlaubsziele Bulgariens und zieht jedes Jahr tausende Besucher an. Die Hauptattraktion ist der 4 Kilometer lange, goldene Sandstrand, der nicht nur für seine Farbe berühmt ist, sondern auch für seine Weichheit – einer Legende nach wurde der Sand hier von Piraten versteckt, die ihr Gold in der Erde vergruben, und daraus entstand der magische Sand. Das Wasser ist kristallklar, und der sanfte Wellengang macht diesen Ort ideal für Badeurlauber und Wassersportler.
Empfohlene Aktivitäten:
• Sonnenbaden am Strand – Der breite Sandstrand bietet genügend Platz für alle, ob du nun in der Sonne entspannen oder Beachvolleyball mit Freunden spielen möchtest. Für Familien gibt es flache Wasserzonen, die perfekt für Kinder sind.
• Wassersportabenteuer erleben – Goldstrand ist ein Paradies für Wassersportler. Egal, ob du Surfen, Segeln, Tauchen oder Jetski fahren möchtest, hier gibt es zahlreiche Anbieter, die Kurse und Ausrüstung vermieten. Wer es ruhiger mag, kann eine Kajak-Tour entlang der Küste unternehmen und versteckte Buchten entdecken.
• Erkundung des Naturparks Goldstrand – Direkt hinter dem Strand beginnt der Naturpark Goldstrand, ein geschütztes Waldgebiet mit Wanderwegen, das sich hervorragend für Spaziergänge oder kleine Wanderungen eignet. Die dichten Buchen- und Eichenwälder bieten eine willkommene Abkühlung nach einem heißen Strandtag, und mit etwas Glück kannst du sogar seltene Vogelarten oder Wildtiere entdecken.
• Cocktails mit Rakia genießen – Am Abend solltest du eine der Strandbars besuchen und einen traditionellen bulgarischen Cocktail mit „Rakia“ probieren, einem starken Traubenschnaps. Besonders beliebt ist der Rakia Sour, eine Mischung aus Rakia, Zitronensaft und Honig. In den Sommermonaten finden am Strand oft Live-Musik-Events und Feuerwerksshows statt, die eine besondere Atmosphäre schaffen.
Zweiter Halt: Aladscha-Kloster (Aladzha Monastery)
Goldstrand → Aladscha-Kloster (ca. 4 km, 10 Minuten)
Das Aladscha-Kloster ist ein faszinierendes, in den Fels gehauenes Kloster aus dem 12. Jahrhundert. Es befindet sich mitten im dichten Wald des Naturparks Goldstrand und bietet einen tiefen Einblick in die religiöse Geschichte Bulgariens. Die Mönche, die hier lebten, führten ein asketisches Leben in den natürlichen Höhlen und hinterließen kunstvolle Fresken sowie Geheimtunnel, die bis heute erkundet werden können.
Empfohlene Aktivitäten:
• Besuch der Höhlenkirche – Die größte Attraktion ist die in den Fels gemeißelte Kirche, in der du Überreste von Fresken entdecken kannst. Die Farben sind zwar verblasst, aber die spirituelle Atmosphäre dieses Ortes ist immer noch beeindruckend.
• Einblick in das Leben der Mönche – Neben der Kirche gibt es kleine Mönchszellen, Speiseräume und Lagerräume, die du erkunden kannst. Einige Kammern liegen versteckt in den oberen Etagen des Felsens, zu denen schmale Steintreppen hinaufführen.
• Geheime Tunnel entdecken – Unterhalb des Klosters gibt es ein geheimnisvolles unterirdisches Tunnelsystem, das vermutlich als Versteck während Angriffe genutzt wurde. Einige Bereiche sind heute für Besucher zugänglich und vermitteln ein Gefühl für das harte Leben der Mönche.
• Panoramablick auf die Umgebung – Da das Kloster auf einer Anhöhe liegt, hast du von hier aus einen wunderbaren Blick auf den dichten Wald des Naturparks und das Schwarze Meer. Besonders in den frühen Morgenstunden oder bei Sonnenuntergang wirkt die Landschaft fast mystisch
Dritter Halt: Naturreservat Kamtschija
Aladscha-Kloster → Kamtschija (ca. 35 km, 40 Minuten)
Das Naturreservat Kamtschija ist eines der spektakulärsten Naturschutzgebiete Bulgariens. Es umfasst ein einzigartiges Ökosystem aus Sümpfen, dichten Wäldern und dem Kamtschija-Fluss, der sich durch die Landschaft schlängelt. Wegen seiner üppigen Vegetation und seines reichen Tierlebens wird dieses Gebiet oft mit dem Amazonas-Dschungel verglichen.
Empfohlene Aktivitäten:
• Bootsfahrt auf dem Kamtschija-Fluss – Eine der besten Möglichkeiten, die Schönheit des Reservats zu entdecken, ist eine Bootsfahrt auf dem Fluss. Während der Fahrt gleitest du durch einen dichten Wald aus Eichen, Pappeln und Weiden, deren Zweige sich fast über das Wasser beugen. Mit etwas Glück kannst du Schildkröten, Reiher oder sogar Otter sehen.
• Erkundung der unberührten Strände – Das Naturreservat hat auch einen der einsamsten und schönsten Strände an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Hier gibt es keine Hotels oder Bars – nur feinen Sand, sanfte Wellen und absolute Ruhe. Es ist der perfekte Ort, um abseits des Massentourismus zu entspannen.
• Wanderungen durch die Natur – Es gibt verschiedene Wanderwege, die durch das Reservat führen. Besonders beeindruckend ist der Weg durch den Lianenwald, wo die Bäume von meterlangen Lianen überwachsen sind und du dich wirklich wie in einem tropischen Regenwald fühlst.
• Picknick in der Natur – Es gibt einige wunderschöne Picknickplätze entlang des Flusses. Kaufe dir in Warna frisches Obst, Brot und Käse und genieße ein entspanntes Mittagessen mitten in der Natur – begleitet vom Klang der zwitschernden Vögel und dem sanften Plätschern des Flusses.
Route 3: Warna → Sosopol → Nessebar
Gesamtstrecke: ca. 200 km | Fahrzeit: ca. 3 Stunden (ohne Stopps)
Geeignet für: Liebhaber historischer Städte, Romantiker und Kulturinteressierte, die die malerische Architektur der Schwarzmeerküste entdecken möchten. Diese Route bietet eine perfekte Mischung aus Geschichte, atemberaubenden Meereslandschaften und köstlicher bulgarischer Küche.
Erster Halt: Sosopol (Sozopol)
Sosopol ist eine der ältesten Städte Bulgariens und wurde bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. von den Griechen gegründet. Heute fasziniert die Stadt Besucher mit ihrer Mischung aus antiken Ruinen, malerischen Kopfsteinpflasterstraßen und traditionellen Holzhäusern. Das Flair eines alten Fischerdorfes ist hier überall zu spüren, von den kleinen Häfen mit Fischerbooten bis zu den versteckten Cafés mit Meerblick.
Empfohlene Aktivitäten:
• Spaziergang durch die Altstadt – Schlendere durch die engen Gassen und bewundere die charmanten Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Viele dieser Gebäude sind wunderschön erhalten und mit Blumen geschmückt, was ihnen ein besonders romantisches Flair verleiht. Wenn du gerne fotografierst, wirst du hier unzählige malerische Motive finden.
• Besuch des Archäologischen Museums von Sosopol – Das Museum beherbergt eine beeindruckende Sammlung von thrakischen, griechischen und römischen Artefakten, darunter antike Keramiken, Schmuck und Münzen. Besonders faszinierend sind die griechischen Amphoren und die Überreste antiker Schiffe, die vor der Küste gefunden wurden. Wenn du dich für Geschichte interessierst, bietet dieses Museum spannende Einblicke in die Vergangenheit der Stadt.
• Entspannung an den Stränden von Sosopol – Neben der historischen Altstadt gibt es in Sosopol auch wunderschöne Strände. Der zentrale Harmanite-Strand ist ideal für einen Sprung ins kühle Schwarzmeerwasser, während der ruhigere Kavatsite-Strand perfekt für entspannte Stunden in der Sonne ist.
• Abendessen in einem Küstenrestaurant – Zum Abschluss deines Aufenthalts in Sosopol solltest du unbedingt ein Abendessen mit Blick auf das Meer genießen. Viele Restaurants servieren frischen Fisch und Meeresfrüchte, die direkt von den örtlichen Fischern gefangen wurden. Eine Spezialität der Region ist „Skaridi saganaki“ – Garnelen in Tomaten-Feta-Soße.

Zweiter Halt: Nessebar
Nessebar ist eine der beeindruckendsten Städte Bulgariens und gehört seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Altstadt liegt auf einer kleinen Halbinsel, die durch eine schmale Landenge mit dem Festland verbunden ist. Aufgrund seiner historischen Bedeutung wird Nessebar oft als „das lebendige Museum Bulgariens“ bezeichnet. Die Stadt beeindruckt mit ihren gut erhaltenen mittelalterlichen Kirchen, römischen Ruinen und pittoresken Gassen voller Geschichte.
Empfohlene Aktivitäten:
• Erkundung der alten byzantinischen Kirchen – Nessebar ist bekannt für seine zahlreichen gut erhaltenen Kirchen aus verschiedenen Epochen. Besonders sehenswert ist die Christus-Pantokrator-Kirche, die mit ihrer reich verzierten Fassade aus roten und weißen Ziegelsteinen zu den schönsten Kirchen des Balkans zählt. Auch die Hagia-Sophia-Kirche, eine Ruine aus dem 5. Jahrhundert, ist ein beeindruckendes Fotomotiv.
• Besichtigung der alten Stadtmauern – Die Stadtmauern von Nessebar stammen aus der Zeit der Thraker und wurden später von den Römern, Byzantinern und Bulgaren erweitert. Beim Spazieren entlang dieser historischen Befestigungsanlagen kannst du die verschiedenen architektonischen Stile entdecken, die die lange Geschichte der Stadt widerspiegeln.
• Bummel durch die kopfsteingepflasterten Gassen – Die Altstadt ist ein Labyrinth aus engen, gewundenen Straßen, die von traditionellen Holzhäusern gesäumt sind. Viele davon beherbergen kleine Boutiquen, Kunstgalerien und Handwerksläden, in denen du einzigartige Souvenirs wie handgefertigte Keramiken oder bulgarischen Rosenöl-Parfüm kaufen kannst.
• Genuss eines Meeresfrüchte-Menüs in einem Restaurant mit Meerblick – Nessebar ist berühmt für seine exzellenten Fischgerichte. In den Restaurants entlang der Küste kannst du Spezialitäten wie gegrillten Wolfsbarsch, muschelsuppe mit Knoblauch oder tintenfisch vom Grill probieren. Dazu passt ein Glas bulgarischer Weißwein – besonders empfehlenswert ist der lokale Dimyat-Wein, der perfekt zu Meeresfrüchten harmoniert.
• Sonnenuntergang an der Küste genießen – Der beste Abschluss deines Besuchs in Nessebar ist ein Spaziergang entlang der Küste bei Sonnenuntergang. Die Kombination aus den historischen Ruinen, dem glitzernden Meer und dem warmen Licht der untergehenden Sonne macht diesen Moment unvergesslich.
Die Region rund um Warna bietet eine Vielzahl an beeindruckenden Roadtrip-Möglichkeiten. Ob ruhige Fischerdörfer, dramatische Klippen oder geheimnisvolle Klöster – hier gibt es für jeden etwas zu entdecken.